Sicherheitskonzepte für (Groß-)Veranstaltungen


 

Nicht erst seit dem Fußball-Sommermärchen 2006 erfreuen sich Veranstaltungen im Freien als Public-Viewing, Volksfeste, Schützenfeste, Open-Air-Konzerte oder Meisterschaftsfeiern in Deutschland immer größerer Beliebtheit.

 

Für Veranstaltung mit mehr als 5.000 Besucherplätzen ergibt sich nun jedoch als Neuerung im baurechtlichen Nachweisverfahren die Notwendigkeit ein Sicherheitskonzept nach den Anforderungskriterien des aktuellen Bauordnungsrechtes zu erstellen....

Der Weg ist bereits das Ziel

Bei Großveranstaltungen geraten nicht nur Betreiber und Veranstalter, sondern auch Ordnungs- und Genehmigungsbehörden sowohl in der Planung, Prüfung und Genehmigung als auch während der Durchführung an ihre Grenzen. Mit einer strukturierten Vorgehensweise zur Entwicklung und Erstellung individueller und integrierter Gesamtsicherheitskonzepte inkl. spezifischem Brandschutzkonzept können wir Ihnen von der ersten Idee eines Events bis zu erf. Nachbesprechung Ihrer Veranstaltung zur Seite stehen.


 

Ein gemeinsames Sehen in der Gemeinschaft durch z.B. öffentliche Live-Übertragungen auf LED-Großbildwänden stellt ein modernes Massenphänomen dar. Bei Großveranstaltungen geraten jedoch nicht nur die Veranstalter, sondern auch Ordnungs- und Genehmigungsbehörden sowohl in der Genehmigung als auch während der Durchführung an ihre Grenzen, wie sich dies in den tragischen Ereignissen bei der Loveparade 2010 gezeigt hat.

Die Versammlungsstättenverordnung (MVStättV) regelt sehr konkret die sicherheitstechnsichen Belange für Veranstaltungen in Gebäuden und ist auch anzuwenden bei Veranstaltungen im Freien mit besucherzugänglichen Bereichen, die mehr als 1.000 Besucher aufnehmen können. Für solche Veranstaltungen ist ein Brandschutzkonzept als Bauvorlage zu erstellen und im Genehmigungsverfahren zu prüfen. Sofern jedoch z.B. keine baulichen Anlagen, wie etwa Einzäunungen und dergleichen vorliegen, so liegt kein Anwendungsbereich der MVStättV vor, sodass ein Brandschutz- oder Räumungs- und Evakuierungskonzept entfällt, da keine bauordnungsrechtlilche Genehmigung erforderlich wird.

 

Für Veranstaltung mit mehr als 5.000 Besucherplätzen ergibt sich nun jedoch als Neuerung im baurechtlichen Nachweisverfahren die Notwendigkeit ein Sicherheitskonzept nach den Anforderungskriterien des aktuellen Bauordnungsrechtes zu erstellen. Dieses Sicherheitskonzept ist dabei mit den erforderlichen Inhalten und spezifischen Sicherheitsthemen auszuarbeiten und mit dem Veranstalter und Betreiber sowie dem Sicherheits- dienst und den zu beteiligenden Behörden und Ämtern inhaltlich so abzustimmen, dass ein gemeinschaftliches Einvernehmen gegenüber der Bezirksregierung ausgesprochen werden kann. Das Sicherheitskonzept ist demzufolge keine Bauvorlage, wie etwa ein Brandschutzkonzept, welches von einem Sachverständigen zu erstellen und durch die Bauaufsichtsbehörde in Verbindung mit der Brandschutzdienststelle zu prüfen ist, sondern gilt als Gesamtdarstellung der im Vorfeld geplanten Sicherungsmaßnahmen.
Da bei großen Veranstaltungen im Freien unterschiedlichste Stellen insbesondere der polizeilichen und nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr für ihre spezifischen Aufgabenbereiche eigene Konzeptionen auszuarbeiten haben, sind diese Einzelkonzepte zu koordinieren und im Rahmen des integrierten Sicherheitskonzeptes aufeinander abzustimmen.

Für den Kernprozess, der Analyse und Bewertung von Risiken, Eintrittswahrscheinlichkeiten und letztlich verbleibenden Restrisiken stellt sich eine grundsätzlich strukturierte Vorgehensweise wie folgt dar::

  • Festlegung der spezifischen Schutzziele der Veranstaltung
  • Analyse und Auflistung denkbarer Störungen bzw. Lagen
  • Bewertung der Lagen unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und potentieller Schadensgröße
  • Ausarbeitung der Maßnahmenkataloge zur Reduzierung / Vermeidung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und / oder der Schadensgröße
  • Darstellung und Analyse des verbleibenden Restrisikos, insbesondere für deren Tragbarkeit durch das gemeinsame Einvernehmen oder durch eine spezifische Genehmigung

Für die Meisterschaftsfeier des BVB 09 am 14. und 15. Mai 2011 mit nahezu 1/2 Millionen Teilnehmern wurde seitens des Unterzeichnerbüros integrierte Sicherheitskonzepte erstellt, die Umsetzung kontrolliert und vor Ort in der Durchführung begleitet. Gleichzeitig wurde für die abgesperrten Blöcke mit erhöhter Personendichte das spezifische Brandschutzkonzept als zusätzliche Bauvorlage erstellt...